Crystal Age entstand ca. im Jahre 2006.

Die Story und die Charaktere sind komplett das geistige Eigentum von Desirée Albrecht (Skycat, Skycat Artworks) und Julia I. Joseph (Sinystra, Sinystra Sunshine).

 

Siehe Impressum.

Logodesign

by

Vera Lange

Damian & Sunny

Damians erster Auftritt. Diese Szene kommt so nicht im Endwerk vor, da die Storyline inzwischen diesbezüglich geändert wurde, ist aber dennoch vielleicht interessant zu lesen.

 

 

(...)

Dass die Kleidung, die Cat und ich trugen, für das Innere der Kuppeln nicht geeignet war, wurde mir relativ schnell klar. Trotzdem hielt ich nicht an, um die mir viel zu warme Jacke auszuziehen. Ich hatte keine Zeit zu verlieren. Das blonde Mädchen auf meinen Armen fühlte sich von Minute zu Minute schwerer an, doch ich packte sie nur fester und lief weiter. Ich musste es nur noch ein kleines Stück schaffen...

Mit aller Kraft versuchte ich, nicht an unsere Gespräche zu denken. Nicht daran zu denken, dass ich sehr wohl verstand, dass sie nicht dorthin zurück wollte.

Nicht daran zu denken, dass es mir leid getan hatte, ihr Bewusstsein auszuschalten, als sie versucht hatte zu fliehen. Ich holte tief Luft und lehnte mich für einen Moment gegen eine Hauswand aus grauem Beton, um zu Atem zu kommen. Ein paar Sekunden später stieß ich mich ab und wollte weiter gehen, je schneller ich ankam, desto besser. Desto schneller war alles vorbei.

„Na, wenn das nicht meine kleine Lieblingsnummer ist.“ Ich erstarrte für den Bruchteil einer Sekunde und drehte mich dann halb herum. Mir wurde kalt. Aus dem Schatten einer Nebengasse trat derjenige hervor, den ich mir im Augenblick am wenigstens gewünscht hätte zu sehen.

„Was willst du hier?“ fragte ich knapp. Er grinste nur ein wenig breiter als ohnehin schon, was seine leicht spitzen Eckzähne zeigte, und seine violetten Augen glitzerten. „Das retten, was du verpatzt hast.“ Ich hatte das Gefühl, dass er jedes Wort dieses Satzes genüsslich auf seiner Zunge zergehen ließ, nur um mich zu ärgern. Wovon redete er?

Ich stieß ein verächtliches Knurren aus. „Ich weiß nicht, wovon du sprichst. Ohne mich hätten die Terroristen sie mitgenommen.“ Sein Lachen zeigte mir sofort, dass etwas nicht stimmte. „Oha, wie ich sehe, bist du falsch informiert, Süße.“ Als er in die Tasche griff, spannte ich meine Muskeln am ganzen Körper an, doch er holte nur sein Holophone heraus.

Mit einer lockeren Geste fuhr er es aus und zeigte mir den sich entfaltenden Bildschirm. Darauf erschien ein interner Bericht mit dem MSC-Logo darunter.

Ich überflog ihn und mein Mund wurde trocken. Er schüttelte das Phone kurz und ein Nachrichtensprecher erschien, der so ungefähr den Inhalt des Berichtes verkündete.

„Wie du siehst, bist du hier die Versagerin, Süße. Oder Verräterin, wenn du es dramatisch ausdrücken willst.“ Er kicherte und ich hatte das dringende Bedürfnis, ihm seine Haare heraus zu reißen. „Der einzige Terrorist hier bist du – aus einem unbekannten Grund hast du nämlich die Tochter von Ernest Westling entführt und bist nun auf der Flucht mit ihr... Rate mal, wer darüber nicht sehr erfreut war?“

„Aber...“ Im gleichen Moment, in dem ich zu einer Erklärung ansetzte, wurde mir klar, dass es nichts nützen würde. Erst recht nicht hier und jetzt.

„Ich bin hier, um euch beide zu schnappen – keine große Herausforderung, wenn du mich fragst, aber ich werde es mir dennoch nicht nehmen lassen, dich an deinen Haaren zurück zu schleifen, wenn du jetzt rumzickst.“ Er lächelte beinahe freundlich, während er das sagte.

Ich entschied mich. In einer einzigen Bewegung ließ ich Cat fallen – sie würde es schon überstehen – griff in die Tasche und packte eine der Mini-Granaten, die von der Notausrüstung übrig geblieben waren. Er verstand sofort, was ich vor hatte, hechtete auf mich zu und packte meine Hand, doch er kam zu spät, ich hatte den Sicherungsstift bereits heraus gerissen und einen Moment später wurden wir beide durch die Luft geschleudert.

Ich drehte mich im Fall und rollte mich beim Auftreffen auf den Asphalt ab. Beißender Rauch quoll aus allen Richtungen. Schnell zog ich den Fellkragen der Jacke hoch und hielt die Luft an, dann tastete ich nach Cat.

Ich fand sie erstaunlich schnell, packte sie und rannte los, nachdem ich eine weitere Granate fallen gelassen hatte, dieses Mal eine mit einem kleinen Blitz-Etikett.

Kurz darauf wurde es hinter mir unglaublich hell. So schnell ich konnte hob ich Cat richtig hoch und lief. Ich wusste nicht, wohin. Ich wusste nur, wo ich nun nicht mehr hin konnte.

(...)